Erklärungsprinzip


Ein Erklärungsprinzip benennt ein Phänomen, ohne dabei zu dessen Verständnis beizutragen. Wir gehen aber meistens so damit um, als sei es eine Erklärung.

„Sohn: Papa, was ist ein Instinkt?
Vater: Ein Instinkt, mein Sohn, ist ein Erklärungsprinzip.
Sohn: Aber was erklärt es denn?
Vater: Fast alles. Alles, was man damit erklären will.
Sohn: Sei nicht albern. Es erklärt doch nicht die Schwerkraft.
Vater: Nein, aber nur, weil niemand will, dass „Instinkt“ die Schwerkraft erklärt. Wollten wir das, könnten wir einfach sagen, dass der Mond einen Instinkt hat, dessen Stärke sich umgekehrt proportional zum Quadrat der Entfernung verändert.“

(aus: Gregory Bateson • Ökologie des Geistes 1972)

Foto: wikimedia commons


Vertrauen


Vertrauen ist ein Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität. Diese Einsicht gilt für das gesamte Leben. Wer statt auf Vertrauen allein auf eigenes Wissen und Kontrolle setzen will, müsste unerträglich hohe Transaktionskosten zahlen. Die meisten Menschen gehen deshalb das Risiko des Vertrauens ein, zumal es Sanktionsmechanismen gibt. Wer einmal Vertrauen enttäuscht hat, tut sich schwer, es wiederzugewinnen.

nach: Niklas Luhmann 1968: Vertrauen: Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität
Abb.: Wikimedia commons


Parrynoia


In den 70er Jahren entwickelte der Computerwissenschaftler Kenneth Colby ein Computerprogramm namens PARRY, das durch die Beantwortung von Fragen einen paranoiden Menschen simulieren sollte. Viele Psychiater, die PARRY damals testeten, hielten das Programm für eine geistig verwirrte Person. Was, wie Colby kommentierte, „viel über Psychiater, aber wenig über das Programm aussagt.“

(Foto: Hanns Landa)


Kontrollillusion


Menschen handeln sehr oft so, als hätten sie einen Einfluss auf Vorgänge, auf die sie objektiv keinen oder nur wenig Einfluss haben. Das gilt für Eltern (Erziehung…), Führungskräfte, Trainer, Coaches und alle anderen Menschen sowieso.

From: Ellen Langer: The illusion of control (1975) © Foto: Free Wallpapers

 


(Unternehmens) kultur


Kultur ist die Summe der Gewohnheiten einer Organisation bzw. eines Teils davon.

 

(Michael Löhner)

 


King Crimson


Death seed blind man’s greed
Poets‘ starving children bleed
Nothing he’s got he really needs
Twenty first century schizoid man

 

(King Crimson: 21st Century Schizoid Man)


Toleranz-Paradoxon


Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen- wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.

 

(Karl Popper, 1945 | © Foto: Wikipedia, Commons)


Was ist ZEIT ?


„Wenn man mich nicht fragt, was Zeit ist, weiß ich es“, sagte einst ein kluger alter Mann, „wenn man mich fragt, weiß ich es nicht.“

 

(Norbert Elias: Über die Zeit)


Eine Genehmigung erhalten


„The trick of getting permission is not to ask for it.“

 

(Richard Price: Freedomland p.397• Foto: Hanns Landa)


Comfort Zone


She walked alone to her favorite bar, ordered her favorite drink and stirred it as she waited for the rest of her life to approach.

 

(from:  B. J. Novak: Stories and other stories / Closure, 2014 | © Foto: pxhere.com)