Erklärungsprinzip


Ein Erklärungsprinzip benennt ein Phänomen, ohne dabei zu dessen Verständnis beizutragen. Wir gehen aber meistens so damit um, als sei es eine Erklärung.

„Sohn: Papa, was ist ein Instinkt?
Vater: Ein Instinkt, mein Sohn, ist ein Erklärungsprinzip.
Sohn: Aber was erklärt es denn?
Vater: Fast alles. Alles, was man damit erklären will.
Sohn: Sei nicht albern. Es erklärt doch nicht die Schwerkraft.
Vater: Nein, aber nur, weil niemand will, dass „Instinkt“ die Schwerkraft erklärt. Wollten wir das, könnten wir einfach sagen, dass der Mond einen Instinkt hat, dessen Stärke sich umgekehrt proportional zum Quadrat der Entfernung verändert.“

(aus: Gregory Bateson • Ökologie des Geistes 1972)

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Toleranz-Paradoxon


Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen- wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.

 

(Karl Popper, 1945 | © Foto: Wikipedia, Commons)


Märchen, Mythen, Träume


Uns kommt es darauf an, immer die richtige Antwort bereit zu haben. Dass man die richtigen Fragen zu stellen weiß, gilt vergleichsweise weit weniger wichtig. Welche Rolle spielen wir im Traum? Welche Rolle wir auch immer spielen: WIR sind der Autor, es ist UNSER Traum, WIR haben die Handlung erfunden.

 

(Erich Fromm: Märchen, Mythen, Träume, 1981 | © Foto: Hanns Landa)